Kurzmitteilungen zu Forschung um Gesundheit und Therapie

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Update: 18. Aug 2018 @ 11:11
Hier kurze Hinweise auf Forschungsergebnisse die in den letzten Wochen erschienen und sich in der Hauptsache mit Krankheitsursachen und Therapien beschäftigen.

Mehr Protein zu essen muss für ältere Männer nicht von Vorteil sein. Ein randomisierter Versuch fand, dass eine höhere Proteinaufnahme nicht zu schlankerem Körper, besserer Muskelarbeit und physischer Funktion oder besserem Allgemeinbefinden bei älteren Männern führte.

Alternative Methoden des Schmerz-Managements sind ein heißes Thema in den Vereinigten Staaten, die mit einer Opioid- und Heroin- Epidemie zu kämpfen haben. Forschung fand nun, dass die medizinische Verschreibung von Cannabis und auch der Cannabisgebrauch von Erwachsenen mit niedrigeren Opioid-Verschreibungsraten einhergeht. Staaten die die medizinische Verschreibung von Cannabis eingeführt haben, sehen eine dramatische Verminderung beim Opioidgebrauch.

Eine Serie von sechs Artikeln zu der Frage ob, eine mediterrane Ernährungsart das Altern verlangsamen könnte, fand neue Korrelationen zwischen mediterranem Ernährungsstil und gesundem Altern. Es wurde dazu betont, dass es besonderer Sorgfalt im Gebrauch der Daten bedarf um die potentiellen Vorteile dieser Kost quantifizieren zu können.

Das als Nahrungsergänzung im Gebrauch befindliche Nikotinamid-Ribosid startet in der zur Zeit unüblich hoher Dosierung von 1000 mg/Tag die gleichen biologischen Pfade, die zu einer Aktivierung der Sirtuin-Enzyme führen. Eine strenge Kalorien-Reduktion oder eine Fastenzeit führt bekanntermaßen ebenso dazu. Außerdem fördert es eine als ‚arterielle Gesundheit‘ bezeichnete Veränderung bei Menschen mit mildem Bluthochdruck. Die Sirtuine führen zu einer Reihe von metabolischen Veränderungen im ganzen Körper, und haben die Tendenz im Alter vermindert zu sein. ChromaDex, eine Firma die diese Nahrungsergänzung produziert, stellte die Substanz und beteiligte sich, neben dem US National Institute for Health und der American Federation for Aging Research, an den Kosten dieser Studie.

Langsame, stetige Frequenzen halten das Gehirn auf trapp. Sehr langsame Wellen, die lange Zeit nur als Artefakte der Messungen galten, sollen in direkter Weise mit dem Bewußseinszustand, und möglicherweise auch der Koordination von Aktivitäten entfernter Gehirnregionen, verbunden sein.

Im Leben eingebaute regelmäßige intensive Meditation führt zu einer verbesserten Aufmerksamkeit und Fokussierung bis ins hohe Alter, so eine umfassende Langzeitstudie an Menschen mit Meditationspraxis.

Die Einführung eines Opiod-Analgetikums bei Patienten mit Alzheimer erlaubte eine Reduzierung des Gebrauchs von Antipsychotika und Benzodiazepinen, die zur Linderung von Verhaltensstörungen und psychiatrischen Symptomen bei der Demenz eingesetzt werden, aber auch zur Verschlimmerung anderer Symptome, wie zu Schmerzen führen können.

Neurowissenschaftler haben Studien durchgeführt, die es nahelegen, dass eine rechtzeitige, tägliche Gabe von Ibuprophen das Entstehen von Alzheimer verhindern kann. Sie hielten sich an den Marker Abeta42, den man im Speichel quantifizieren kann. Anmerkung: dem stehen jedoch nicht unerhebliche andere gesundheitliche Risiken entgegen.

Neue Forschung konnte den bisher für gültig befundenen negativen Einfluss von Antidepressiva während des Stillens nicht bestätigen.

Antioxidantien wie N-Acetyl-Cystein (ACC) und Vitamin C, sowie die Aminosäure Taurin und eventuell ergänzendes Omega-3 zu der normalen antipsychotischen Therapie verabreicht, zeigten bei jungen Menschen Verbesserungen im Psychosebild.

Vitamin D-Ergänzung bei Schizophrenie-Patienten, die mit Clozapine behandelt wurden, erbrachten keine Veränderung der psychotischen Symptome, jedoch eine Verbesserung ihrer Kognition.

Intensiver Sport vor der Einnahme von antipsychotischen Medikamenten könnte Gewichtszunahme und Erkrankungen verhindern. 

Eine Studie am Menschen, die über zwei Jahre den Effekt einer 15%-tigen Kolorien-Reduzierung untersuchte, fand eine Verlangsamung des Alterns und erhöhten Schutz vor altersbedingten Krankheiten, auch bedingt durch verminderten oxidativen Stress.

Die kindliche Gehirnentwicklung ist mit der Exposition auf Umweltgifte verknüpft. Schwangere Frauen und Kinder die häufigen Tyroid-Hormon-Disruptor-Toxinen in der Umwelt ausgesetzt sind, zeigen ein erhöhtes Vorkommen von Gehirnentwicklungsstörungen. Komplexe Mischungen dieser Disruptoren lassen sich mittlerweile in allen Menschen nachweisen.

Ältere Menschen mit erhöhtem Demenzrisiko zeigen oft auch einen langsameren Gang und Veränderungen im Denkvermögen und der Entscheidungsfindung.

Hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch wird mit nicht-alkoholischer Fettleber, Insulin-Resistenz, Krebs, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Ein Stoff, der der Roten Beete ihre Farbe verleiht, könnte dabei helfen die Anreicherung von missgefalteten Proteinen im Gehirn, wie sie bei Alzheimer zu finden sind, zu verlangsamen.

Längere Auslandsaufenthalte führen zu einer Klärung unsere Vorstellung von uns selbst, des Selbst-Konzepts.

Ein Vitamin D Mangel könnte der Schlüssel für die hohe Rate an metabolischem Syndrom unter Frauen nach der Menopause sein.

Die Kinder von Hundertjährigen fühlen einen stärkeren Sinn für die Bedeutung und Richtung des Lebens.

Die Ausweitung der medizinischen Versorgung hat die Gesundheit allgemein verbessert, jedoch mit der Ausnahme, dass die Expansion der pharmazeutischen Industrie mit negativen Einflüssen auf die Gesundheit korreliert.

Schwangere Frauen, die die Nahrung mit DHA ergänzen, was in den USA seit 2002 empfohlen wird, haben in der Tendenz Kinder mit weniger Fettanteil im Körper.

Grillen und andere Methoden des Garens mit hohen Temperaturen können das Risiko für Bluthochdruck steigern.

Einfach ungesättigte Fettsäuren von Pflanzen, nicht jedoch von Tieren, können das Risiko an einer Herzerkrankung oder anderen Ursachen zu sterben, verringern. Die größte Risiko-Reduzierung wurde beim Konsum von gesunden pflanzlichen Fetten und dem Ausschluss von gesättigten, gehärteten und raffinierten Kohlenhydraten gefunden.

Hormone der reproduktiven Funktionen, die sich während der Pubertät entwickeln, sollen nicht die Ursache von Verhaltensänderungen bei Jugendlichen sein.

Die herzschonende sogenannte mediterrane Kost wird mit höherer Muskelmasse und Knochendichte nach der Menopause in Verbindung gebracht.

Chemische Stoffe in Lavendel und Teebaumöl scheinen als Hormon-Disruptoren zu wirken und zur vorpubertären Gynekomastie bei Jungen führen.

Neue Forschung an Mäusen zeigte, wie die in weitem Gebrauch befindliche Substanz Bisphenol A (BPA) während der Schwangerschaft, selbst in Dosen, die geringer sind, als für sicher erklärt, zu veränderter Gehirnentwicklung und -Verhalten des Nachwuchses führen.

Nachbarschaftliches Wohlbefinden und ein Sinn für Gemeinschaft stehen im Kern eines guten Zuhauses.

Kaffee beeinflusst, neben dem Aufmuntern, den menschlichen Metabolismus in dutzenden Formen, dazu gehören auch die Neurotransmitter die mit dem endocannabinoiden System assoziiert sind. Vier bis acht Tassen Kaffee am Tag führen zu einem gegenteiligen Effekt zu der Wirkung von Cannabis. Kaffee kann auch die Steroide vermindern.

Kindliche Aggression wird mit einem Defizit der exekutiven Funktionen, wie Planung und Selbstbeherrschung in Verbindung gebracht. Förderung ihrer exekutiven Fähigkeiten könnte die Aggressionen vermindern.

Künstliche Süßungsmittel könnten die Symptome der Crohn’schen Erkrankung intensivieren. Der Süßstoff Sucralose verschlimmert die Entzündungen des Darms bei Mäusen mit Morbus Chrohn, hatte aber bei gesunden Tieren keinen solchen Effekt.

Die Kombination von Omega-3-Fettsäuren, Sport und kognitiver Stimulation verhindert den Abbau von Grauer Substanz im frontalen-, parietalen- und cingulären Cortex bei Patienten mit leichter kognitiver Einschränkung.

Fischöl in der Ernährung verbessert den durch einen hohen Konsum von Fruktose entstandenen Zustand der Fettleber und die Hyperlipidämie in Mäusen, je nach dem Zeitpunkt der Fütterung verschieden.

Eine ADHD Medikation in gesunden Menschen erhöht das Glutamat in ihren Gehirnen und sagt für sie das Aufkommen positiver Gefühle voraus. Dieser neue Befund bietet Hinweise wie der Missbrauch dieser Medikamente bei Gesunden wirkt und zeigen auf eine bisher nicht bekannte Verbindung zwischen Glutamat und Stimmung.

Die sozialen Defizite von autistischen Mäusen wurden durch ein einzige, kurze Behandlung mit dem Zytostatikum Romidepzin dauerhaft behoben.

Männer und Frauen mit Depression zeigen nach einer post mortem Studie gegensätzliche Veränderungen bei der Expression der selben Gene. Dieser Befund suggeriert eine verschiedene Pathologie und möglicherweise verschiedene Formen der Therapie.

Das Rauchen von mehr als 10 Zigaretten am Tag steht in Verbindung mit einem höheren Psychose-Risiko.

Menschen die nach Glück streben fühlen oftmals dass sie zu wenig Zeit am Tag haben und das macht sie paradoxerweise unglücklich.

Ältere neurologische Studien legten nahe, dass das Handeln der Mensch durch externe Stimuli getrieben wird und dass das Gehirn nur reaktiv und ohne freien Willen sei. Neuere Forschung fand zu methodologischen Inkonsistenzen und gegensätzlichen Ergebnissen.

Babies die mit soja– basierten Ernährungsformen aufwuchsen zeigten Unterschiede in ihren reproduktiven Geweben. Diese waren nicht alarmierend, aber sie motivieren für weitergehende Forschung zum Einfluss von östrogenartigen Substanzen wie sie in der soja-basierten Ernährung gefunden werden.

Herzinfarktopfer, die ihre Behandlung in einer Zeit erfuhren, als die sonst intervenierenden Kardiologen sich entfernt auf einer akademischen Konferenz befanden, zeigten einem Monat nach der Herzattacke eine höhere Wahrscheinlichkeit zu überleben. Das gibt zu denken.

Könnte das Leben in großen Höhen das Suizid-Risiko erhöhen? Beweise dafür suggerieren mögliche Therapien.

Sozialer Stress führt zu Veränderungen im Darm-Mikrobiom – bei Hamstern.

Die emotionale Unterstützung ist zentrales Moment für die Pflege von Schlaganfall-Patienten.

Stress wirkt ansteckend!

Es besteht eine weitreichende Unterversorgung der Bevölkerung beim Vitamin D, vieles spricht für eine Substitution.

Quellen&Tiefen

Der Artikel enthält möglicherweise Zitate aus den nachfolgenden Quellen. Diese Angaben dienen auch zu Vertiefung, Verifikation und Recherche.
ScienceDaily Elsevier DIFE Circulation BZfE PubMed Wikipedia CORDIS Google Scholar DLF EBioMedicin SMC arXiv

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Autor: Epi

Informationen als Bausteine der Relativierungs-, Orientierungs- und Entscheidungsprozesse begleiten unser Leben; sie werden aufgenommen, verdaut, assimiliert oder ausgeschieden. Hier mit der Freiheit der persönlichen, nicht-kommerziellen Gewichtung auf der Grundlage von 60 Jahren mehr oder weniger interessensgeleitetem Wissens- und Erfahrungserwerb, unter anderem auch langjährig stationär im Beruf des examinierten Krankenpflegers.

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