Wie soziale Isolation Gehirn und Gesundheit verändert

Eine neurale Substanz wird während Langzeit-Isolation vermehrt im Gehirn produziert und die Entzündungswerte steigen

Eine neurale chemische Substanz wird während sozialer Langzeit-Isolation vermehrt im Gehirn produziert und verursacht damit erhöhte Aggression und Furcht.

Die Blockade dieses Stoffes eliminierte die negativen Effekte der Isolation.

In einer vorangegangenen Studie an Drosophila hatte man das Neuropeptid Tachykinin entdeckt, welches die Aggression in isoliert gehaltenen Fliegen erhöhte.

Untersuchungen an Mäusen bestätigten, dass Tachykinin evolutionär auch bei Säugetieren erhalten geblieben war.

Dort enkodiert und produziert das Tachykinin-Gen-Tac2 das Neuropeptid Neurokinin-B in Neuronen spezieller Regionen wie der Amygdala und dem Hypothalamus, die in der Regulation von emotionalem und sozialem Verhalten eine Rolle spielen.

Zwei Wochen Isolation führte zu einer vermehrten Expression von Tac2 und der Produktion von NkB über das gesamte Gehirn der Tiere. Die Verabreichung einer Chemikalie, die die NkB-Rezeptoren blockierte, befähigte die Mäuse wieder zu normalem Verhalten zurückzufinden.

Umgekehrt führte die künstliche Erhöhung von Tac2 und die Aktivierung der korrespondierenden Neuronen in normalen Mäusen zu einem Verhalten wie bei gestressten Tieren.

Die Unterdrückung von Tac2 und seiner Rezeptoren in Genen der Amygdala vermehrte das Furcht-Verhalten, aber nicht die Aggression; dasselbe im Hypothalamus eliminierte die erhöhte Aggression aber nicht die anhaltende Furcht.

Menschen haben ein analoges Tac2 Signalsystem; dies impliziert die Übersetzung der Ergebnisse in Klinische Anwendungen.

Verbindung von sozialer Isolation und höheren Entzündungswerten

Soziale Isolation in Verbindung mit höheren Entzündungswerten ... Soziale Isolation in Verbindung mit höheren Entzündungswerten1Social isolation linked to higher levels of inflammation, Kimberley Smith 5. März 2020, Lecturer in Health Psychology, University of Surrey lautet der Titel einer Metastudie, von Kimberley Smith, einer Dozentin für Gesundheitspsychologie an der University of Surrey, die am 5. März 2020 in der akademischen Online-Publikation The Conversation erschien. Sie wertet darin 14 Arbeiten, die die Einsamkeit und 16 Studien, die die soziale Isolation untersuchten aus und schrieb, dass einige Forscher vermuten, dass Einsamkeit und soziale Isolation zu einem schlechteren Gesundheitszustand führen, weil sie Entzündungen verstärkt und dies an sozial isolierten Menschen mit ihren höheren Werten von C-reaktivem Protein und Fibrinogen belegbar ist. Dieser Befund könnte das in dieser Gruppe erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Depressionen erklären helfen. Der Text rekurriert dazu auch über mögliche verhaltens- und evolutionsbiologische Ursachen.
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Update: 21. Apr 2020 @ 09:42
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