Paracetamol

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Strukturformel von Paracetamol
 

Mehr zu Paracetamol in Schwangerschaft und Stillzeit durch Wikipedia zu Paracetamol

Zumeist ältere Reproduktionsstudien und 
epidemiologische Daten gaben keinen Hinweis auf eine schädigende Wirkung von Paracetamol auf die Gesundheit des Fetus bzw. des Neugeborenen. Zahlreiche Untersuchungen legen einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und einem gehäuften Auftreten von Asthma beim Kind nahe.[20][21][22] Als möglicher Pathomechanismus wird der Einfluss von Paracetamol auf die hämatopoetische Stammzellentwicklung im Nabelschnurblut diskutiert, welcher zu einer Differenzierung von Immunzellen führen kann.[23] Für eine Langzeitanwendung während der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Daten zur Abschätzung der Sicherheit vor.[14] Eine aktuelle Studie der Universität Oslo legt jedoch sehr deutlich nahe, dass die Einnahme von Paracetamol während Schwangerschaft und Stillzeit, insbesondere über einen längeren Zeitraum, zu einer späteren Entwicklungsverzögerung des ungeborenen Kindes führen kann. Untersucht wurden über einen Zeitraum von neun Jahren über 48.000 Kinder, darunter fast 3000 Geschwisterpaare.[24]

Der Verdacht, dass Kinder, die im Mutterleib dem Wirkstoff Paracetamol ausgesetzt waren, später verhaltensauffällig werden können, wurde durch eine Studie von Forschern der University of Bristol mit insgesamt 14.500 Müttern und ihren Kindern bestätigt. Bei sieben Jahre alten Kindern, deren Mütter zwischen der 19. und der 32. Schwangerschaftswoche Paracetamol eingenommen hatten, stieg das Risiko für Verhaltensprobleme um 46 Prozent.[25]

Mount Sinai Forscher berichteten im Januar 2018 davon, dass der Acetaminophenkonsum während der Schwangerschaft im Zusammenhang mit einer erhöhten Rate der Sprachverzögerung bei Mädchen steht. In einer Erststudie dieser Art fanden Forscher der Icahn School of Medicine am Mount Sinai eine erhöhte Rate von Sprachverzögerungen bei Mädchen im Alter von 30 Monaten, die von Müttern geboren wurden, die während der Schwangerschaft Acetaminophen verwendeten. Die schwedische „Environmental Longitudinal, Mother and Child, Asthma and Allergy Study” (SELMA) lieferte Daten für die Forschung. Informationen wurden von 754 Frauen gesammelt, die in den Wochen 8-13 ihrer Schwangerschaft in die Studie aufgenommen wurden. [26][27]

Wenngleich Paracetamol in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht, sind bei Einnahme von Paracetamol während der Stillzeit keine unerwünschten Wirkungen für den Säugling bekannt geworden.[14]

Paracetamol ist ein schmerzlindernder und

fiebersenkender Arzneistoff aus der Gruppe der Nichtopioid-Analgetika.

Die Bezeichnung Paracetamol leitet sich vom chemischen Namen para-(Acetylamino)phenol ab. Paracetamol wird im Rahmen der Selbstmedikation als Monopräparat oder Bestandteil verschiedener Kombinationspräparate zur symptomatischen Behandlung von Erkältungsbeschwerden und Schmerzen 
eingesetzt. Seit ihrer Einführung in den 1950er Jahren, fast 70 Jahre nach der erstmaligen Herstellung dieses Wirkstoffs durch Harmon Northrop Morse, zählen Arzneimittel mit Paracetamol – neben jenen, die Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen enthalten – weltweit zu den gebräuchlichsten Schmerzmitteln. Seit 1977 steht Paracetamol auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO.

In Nordamerika und Iran ist die übliche Bezeichnung der Substanz Acetaminophen, ebenfalls aus dem chemischen Namen abgeleitet (para-(Acetylamino)phenol).

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Synonyme:
Acetaminophen,
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