Der Begriff: Kommensalismus

„Der Ausdruck Kommensalismus (lat. commensalis ‚Tischgenosse‘) wird für eine Form der Interaktion zwischen Individuen verschiedener Arten verwendet, die für Angehörige der einen Art positiv, für diejenige der anderen Art neutral ist. Der Ausdruck wird in verschiedenen Bereichen mit leicht unterschiedlicher Definition gebraucht.

  • In der ursprünglichen Definition, die auf die Arbeiten des belgischen Parasitologen und Paläontologen Pierre-Joseph van Beneden[1] zurückgeht, ist ein Kommensale ein „Mitesser“, der für seine Ernährung auf einen Organismus einer anderen Art angewiesen ist, indem er an dessen Nahrung teilhat, diesen aber (im Gegensatz zu einem Parasiten) nicht schädigt. Bei engem räumlichen Zusammenleben wird der gebende Organismus Wirt und der sich miternährende Kommensale genannt. Dem Wirt entstehen dabei keine größeren vor- oder nachteiligen Effekte. Nur der Kommensale ist Nutznießer des Zusammenlebens und ist meist vom Wirt abhängig. Der Kommensale ernährt sich meist von Abfallstoffen oder dem Nahrungsüberschuss des Wirtes, entzieht diesem aber keine lebensnotwendigen Substanzen.[2]
  • Bei der Betrachtung von Säugetieren hat es sich eingebürgert, als Kommensalen solche Arten zu bezeichnen, die für ihre Ernährung direkt auf den Menschen und seine Vorräte angewiesen sind.[4]

Mensch:

Beim Menschen zählen jene Mikroorganismen zu den Kommensalen, die verschiedene Mikrobiotope als Ekto- oder Endokommensalen besiedeln und in ihrer Gesamtheit dort als die jeweilige Normalflora bezeichnet werden. Hierbei handelt es sich allerdings zum Teil auch um Mutualismus, da viele der Mikroorganismen für ein den Menschen schützendes Milieu sorgen und ein Ungleichgewicht der Flora gesundheitliche Probleme mit sich bringt und diese daher strenggenommen nicht zu den Kommensalen gezählt werden können. Es sind dies

  • auf der Haut die (nach Hautregion) unterschiedliche Hautflora
  • in der Mundhöhle die Mundflora, die im Bereich der Zähne allerdings nicht vor den säurebildenden und Karies verursachenden Mikroorganismen schützen
  • im oberen Atemtrakt die dortige physiologische Besiedlung mit Mikroorganismen
  • im Darm die nach Darmabschnitt unterschiedlich verteilte Darmflora
  • bei der Frau (in der Vagina) die altersabhängig unterschiedlich zusammengesetzte Scheidenflora

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